Abendzeitung München, 31.10.14
„…der sehr kultivierte Gesamtklang. Beethovens spätes B-Dur Streichquartett entwickelt sich organisch und wohltuend natürlich im Vergleich zu den oftmals überspannten Experimenten jüngerer Gruppierungen…Den Musikern gelingt eindrucksvoll der Kraftakt, einen großen Bogen über das gesamte Ballett (Anmerk. Strawinsky) zu spannen. Die erste Mission des Voyager Quartets ist geglückt.“

 

 

Rhein-Neckar Zeitung, 21.01.16

"Was zunächst kurios schien, nahm schnell gefangen. Die vier Streicher und der Perkussionist Markus Steckeler, der den starken rhythmischen Furor des Stücks markant, aber nicht übertrieben lautstark unterstrich, gaben dem Werk ein ganz eigenes, durchaus überzeugendes und fesselndes Profil.....Auch Beethovens "Cavatina" aus dem Streichquartett B-Dur, op.130 ist unterwegs in den Weiten des Weltraums: Hier hörte man das ganze Werk mit dem nachkomponierten Finalsatz. Es zeigte die große Kompetenz der vier erfahrenen und routinierten Musiker, die die Cavatina mit viel Ausdruck interpretierten. Klangliche Ausgeglichenheit bei durchaus farbenreichen Spiel ist für das Ensemble charakteristisch."

 

Schwäbische Zeitung, 26.02.2016

Streichquartett und Schlagzeuger meistern Strawinskys Ballettmusik
Aufregender Auftakt der neuen Frühlingsreihe der Langenargener Schlosskonzerte

 

"Nico Christians und Maria Krebs (Violinen), Andreas Höricht (Viola) und Klaus Kämper (Violoncello), Mitglieder des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, des „Cherubini Quartetts“ und des „Modern String Quartet“, suchen Herausforderungen abseits der üblichen Literatur. Was mit Bach begonnen hat, einer sehr ungewohnten und doch schlüssigen Hörerfahrung, gipfelte in einer Bearbeitung von Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ für Streichquartett und Schlagzeug.

Fünffaches Holz, acht Hörner, fünf Trompeten, drei Posaunen, zwei Tuben und fünffaches Schlagzeug neben einer starken Streichergruppe ist die übliche Besetzung dieses monumentalen Werkes – und jetzt vier Streicher und ein Schlagzeuger? Das Ergebnis war überwältigend: aufregend das Werk, aufregend die Bearbeitung und aufregend das Spiel. Alles war da von dieser Vision einer großen heidnischen Feier, von diesem fiktiven „Style barbare“: die magische Ausstrahlung, die aufgeheizte Atmosphäre, die ungeheure Dramatik, schmerzhaft, schrill, verstörend, klagend, erregend in Momenten, in denen die Zeit stehen zu bleiben scheint. Jedes Instrument bringt seinen Charakter ein, die erste Geige geht voran, singt und flirrt, kratzt und schreit, der Bratsche gehört die schmerzhafte Klage, das Cello wird zuweilen zur weiteren Trommel. Und da ist Markus Steckeler, der aus Konstanz stammende Schlagzeuger des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, der allein den originalen vielstimmigen Part der fünf Schlagzeuger übernimmt und doch bis hinein in zeremonielle Trommelfeuer nie die Streicher erschlägt, sondern sich als unverzichtbares Element einfügt. Wilfried Zrenner, der das geniale Kunstwerk der Bearbeitung geschaffen hat, erklärt in der Pause, wie er das Werk auf seine Essenz reduziert, Harmonie und Rhythmus analysiert hat – und noch immer sind die „Bilder aus dem heidnischen Russland“ monumental, poetisch und wild und zugleich ungewöhnlich transparent – ein Ereignis.

Das Aufbäumen der Lebenslust

Dankbar überlässt man sich danach Beethovens letztem Streichquartett B-Dur op. 130. Auch hier lässt der Komponist in gewaltiger Musiksprache alle formalen Fesseln hinter sich. Chaos steht neben Meditation, Schmerz, Aufbäumen und drängende Unruhe neben tänzerischer Gelöstheit und bittersüßer Milde, bis zuletzt alle Wehmut abgestreift ist und Lebenslust sich noch einmal aufbäumt. Kongenial interpretiert das Quartett die stürmische Dynamik und die wunderbar lyrischen Momente. In der Zugabe kehren die Musiker zu Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ zurück. Ein furioser Auftakt der Frühlingsreihe."