B E E T H O V E N   Z Y K L U S   2 0 2 0

 

Jeder hat seine eigene Vorstellung vom Paradies. Der Himmel, Palmen, Berge wie auch immer. 16 Streichquartette hat Beethoven geschrieben. Für uns verkörpern das vollkommene Glück die langsamen Sätze aus Beethovens Streichquartetten. Musik, die schwebt, träumt, vom Boden abhebt, aber auch alles zu wissen scheint, das Helle und Dunkle im Leben. Sie sollte nie aufhören. Das ist jedenfalls unser Gefühl, wenn wir sie spielen und hören.

 

Doch nicht nur das: In Beethovens musikalischem Vermächtnis spürt man unweigerlich den immer weiter wachsenden Willen, unter die glatte Oberfläche vorzudringen. In seiner Musik gibt es keine eindeutigen Antworten und schon gar keine einfachen, nie ist sie schwarz oder weiß, sondern immer beides. Das bedeutet Widersprüchen und dem Ungewissen in seiner Musik nicht aus dem Weg zu gehen, sondern sie auf dem Weg des größten Widerstands gerade zu suchen.